In der Gruppe unterwegs

Packwalks sind ja heute enorm hipp und angesagt. Ist nicht so mein Ding, zumal die Hunde da immer angeleint laufen müssen, das sehe ich dann den Sinn und zwecke eines Gruppenspaziergangs nicht. Ich bevorzuge kleinere Gruppen mit so 11 - 12 Hunden, dafür dürfen alle frei laufen und können kommunizieren und interagieren wo nötig und von den Hunden gesucht.

Am Samstag und Sonntag morgen laufe ich immer der Töss entlang in Winterthur. Da treffen sich viele Hundehalter mit ihren Hunden, alle sind frei Leine und verträglich. Ich schliesse mich da jeweils einer Gruppe an, die ich jetzt schon ein bisschen kenne und die Hunde fühlen sich wohl in der Gruppe. Meine drei mussten lernen, ruhig, ohne Gebelle und ohne Vorpreschen auf die Gruppe zugehen und was soll ich sagen, es funktioniert, mein Rudel ist viel ruhiger geworden. Darin erschliesst sich mir der Sinn ein Gruppenspaziergängen mit kleinen und überschaubaren Gruppen ohne Leinenzwang.

Es gibt aber auch da Situationen, denen ich mich dann lieber entziehen. Am letzten Sonntag traf ich auf einen Herrn mit einer Bernen Sennhund x Border Mix Hündin, Kira.. Gross wie eine Dogge und wild wie eine Rampensau. Dabei war eine Damen mit irgendwas Spanielartigem oder ähnlich, die Bella - Larry ist total vernarrt in sie. Bella ist auch sehr verspielt und rennt gerne mit Kira rum. Dann stiess noch Andrea mit ihrem Lagotto Rüden Mocca zu uns. Mocca ist zweijährig und auch sehr ungestüm. Er hat aber im Gegensatz zu Bella und Kira einen guten Grundgehorsam und ist abrufbar. Bella's Halterin ist sichtlich überforder mit der Hundeerziehung, während es dem Herrchen von Kira sichtlich scheissegal ist, ob sein Hund gehorcht oder nicht. Er geht auch keinem entgegenkommendem Verkehr aus dem Weg, egal ob Fussgänger, Jogger, Velo oder Kinder - er dreht sich nicht mal nach seinem Hund um, um zu sehen was sie grad macht.

Das Trio infernale tobte dann auch wild herum, Tweety war es sichtlich unangenehm, so wilde Hunde um sich zu haben, sie hat immer wieder meine Nähe gesucht und mich fragend angeschaut. Als wir dann auf dem schmalen Uferweg gingen, den man nur im Gänsemarsch begehen kann, bretterten die Hunde wie die Beserken an uns vorbei, Tweety duckte sich jedesmal, es war einfach zuviel für sie. Ich schlug dann vor, dass wir auf den bereiten Weg wechseln, damit wir alle etwas mehr Abstand einhalten konnten, das klappte dann sehr gut. Da war aber der Wald und die drei jungen Wilden waren pausenlos am Stöbern und rumtoben mit Fangis und Jagdspielchen. Den Hunden wurde hinterher gerufen, mehrfach, immer wieder, lange Sätze, Namen - es nützte alles nichts. Kira scheint im Wald die Ohren abgegeben zu haben oder sie kann kein Deutsch und weiss ganz sicher nicht wie sie heisst. Bella lässt sich anstecken und Frauchen ist hoffungslos überfordert mit der Handhabung des Hundes.

Meine drei, erstaunlicherweise, verhalten sich immer ganz vorbildlich, wenn wir mit so einer Gruppe unterwegs sind. Sie beteiligen sich an keinem Waldspiel und gehen brav mit mir auf dem Weg - da bin ich dann jeweils ganz stolz!

Andrea wurde dann das Rumgetobe zu viel und sie nahm Mocca an die Leine, bevor dieser noch ganz durchdrehte. Kira und Bella tobten weiter. Kira's Herrchen meinte, sein Hund sei noch lange nicht müde, die müssen noch rumrennen. Ich entgegnete dann, dass halt nicht jeder Wildhüter so viel Verständnis hat für rumjagende Hunde im Wald und dass es dann auch mal knallt. Da wurde er plötzlich ganz ruhig, die Hirnzelle hat angefangen zu arbeiten!

Ich habe mir dann für den Nachmittag vorgenommen, alleine mit Larry, Nala und Tweety loszuziehen damit die drei unter sich sein können und ihre Ruhe haben. Wir mussten auf dem Dammweg an der Thur an einer Dreiergruppe Aussies vorbei, die mit ihren Hundehaltern ohne Leine brav am Wegesrand warteten. Ich habe dann meine hinter mich genommen, ohne Leine, Tweety fest im Auge und im Fuss, verbal unter Kontrolle und siehe da, ohne Gemurre und Geknurre gings an den drei braven Aussies vorbei. Tweety musste ich kurz ermahnen, als sie grad zu den Hunden hin abbiegen wollte - frecher Terrier. 

Wenn wir das nächste Mal an der Töss sind und die wilde Kira und Bella sind wieder dabei, werden wir einen anderen Weg gehen. Ich rege mich einfach zu sehr über solche Hundehalter auf, die gar nichts verstanden haben vom heutigen Anstand unterwegs.  Mit Andrea und Mocca zu laufen macht Spass, aber Mocca folgt ja auch :-)